2026 · Sai­son­ab­schluss
Feldforschung & Citizen Science
Sant’Andrea · Elba

20.000 m² Meeres­boden im Blick

Mit unse­rem drit­ten gro­ßen Pro­jekt 2026 endet die Sai­son: In der Bucht von Sant’Andrea auf Elba haben neun ehren­amt­li­che Taucher*innen ein rund 20.000 m² gro­ßes Unter­su­chungs­ge­biet kar­tiert. Unser Ein­satz soll­te drei wissen­schaftliche Fra­ge­stel­lun­gen bear­bei­ten und wei­te­re For­schung vor­be­rei­ten. Das Pro­jekt zeigt, wel­chen Bei­trag gut aus­ge­bil­de­te Citizen-Science-Teams zur Mee­res­for­schung leis­ten kön­nen.

Drei Fra­ge­stel­lun­gen – eine gemein­sa­me Grund­la­ge

In Sant’Andrea wird seit Mit­te der 1990er-Jah­re wissen­schaftliche Feldforschung betrie­ben. Ein Schwer­punkt liegt auf Ola­vi­us algar­ven­sis, einem Wurm, der im Sedi­ment in unmit­tel­ba­rer Nähe von See­gras­wiesen vor­kommt. Die Bucht ist unter ande­rem ein For­schungs­ge­biet des Max-Planck-Insti­tuts für Mari­ne Mikro­bio­lo­gie. Die bis­he­ri­gen Unter­su­chun­gen kon­zen­trie­ren sich im Wesent­li­chen auf die mole­ku­la­re Ebe­ne; bio­lo­gi­sche und öko­lo­gi­sche Fragen wurden bis­lang noch nicht unter­sucht.

Ergän­zend dazu besteht Inter­es­se an bio­lo­gi­schen, bio­geo­che­mi­schen und geo­che­mi­schen Zusam­men­hän­gen. Dazu gehört auch die Häu­fig­keit der See­gras­ar­ten Posi­do­nia ocea­ni­ca und Cymo­do­cea nodosa im Zusam­men­hang mit dem Vor­kom­men von Ola­vi­us algar­ven­sis.

Unsere eige­ne For­schungs­fra­ge betrifft die Sekun­där­suk­zes­si­on: die Abfol­ge der See­gras­ar­ten bei der Wie­der­be­sied­lung von Flä­chen. Dabei ist Cymo­do­cea nodosa als Pio­nier­pflan­ze bekannt, gefolgt von Posi­do­nia ocea­ni­ca. Bis­her haben wir kei­ne genaue Unter­su­chung zu die­sem Vor­gang gefun­den. Die­sen Pro­zess möch­ten wir näher erfor­schen.

Kar­tie­rung im 10 × 10-Meter-Ras­ter

Grund­la­ge für die drei Fra­ge­stel­lun­gen ist eine mög­lichst genaue Kar­tie­rung unse­res Unter­su­chungs­ge­bie­tes. Dafür erfass­te unser Team eine Flä­che von rund 20.000 m² – nahe­zu drei Fuß­ball­fel­der – in einem Ras­ter von 10 × 10 Metern.

Dabei wurden unter ande­rem Sedi­ment, Fels, Was­ser­tie­fe, die vor­kom­men­den See­gras­ar­ten und degra­dier­te See­gras­flä­chen unter­sucht. Beson­de­re Stel­len, an denen bei­de See­gras­ar­ten dicht bei­ein­an­der vor­ka­men, wurden zusätz­lich geo­re­fe­ren­ziert, um ihre wei­te­re Ent­wick­lung zu doku­men­tie­ren.

For­schung unter anspruchs­vol­len Bedin­gun­gen

Die Arbeit erfor­der­te eine hohe Qua­li­fi­ka­ti­on aller Betei­lig­ten als GUE Scientific Diver oder sehr erfah­re­ne Forschungstaucher*innen. Die­se war not­wen­dig, um die Auf­ga­ben effi­zi­ent zu bewäl­ti­gen und unter den teils schwie­ri­gen Bedin­gun­gen arbeiten zu kön­nen. An zwei Tagen erreich­te die Strö­mung bis zu vier Kno­ten.

Die Arbeit mit Tran­sek­ten und Base­lines, Zähl­qua­dra­ten und GPS-Bojen wäre ohne den geziel­ten Ein­satz von Unter­was­sers­coo­tern, eine sehr genaue Tauch­gangs­pla­nung und die Aus­wer­tung der Tauch­gän­ge in aus­führ­li­chen Nach­be­spre­chun­gen nicht mög­lich gewe­sen.

Citizen Science lebt von Zusam­men­ar­beit

Neun Taucher*innen haben für die­ses Pro­jekt ihre Frei­zeit, ihre Aus­rüs­tung und ihre Qua­li­fi­ka­ti­on ehren­amt­lich ein­ge­bracht. Ihr außer­or­dent­li­cher Ein­satz hat den erfolg­rei­chen Abschluss die­ser Auf­ga­be ermög­licht. Das Pro­jekt zeigt, wie groß das Poten­zi­al sehr gut aus­ge­bil­de­ter, inter­dis­zi­pli­när arbei­ten­der Teams in der Zusam­men­ar­beit mit pro­fes­sio­nel­len Wissenschaftler*innen ist.

Unser herz­li­cher Dank gilt allen Betei­lig­ten und Johan­na Wied­ling, der wis­sen­schaft­li­chen Lei­te­rin des Pro­jek­tes. Eben­so dan­ken wir der Andrea von Braun Stif­tung, die mit einer groß­zü­gi­gen För­de­rung der Sach­kos­ten dazu bei­getra­gen hat, die­ses Pro­jekt zu ermög­li­chen.

Das Pro­jekt auf Elba zeigt, wie wich­tig der Wis­sens- und Metho­den­trans­fer zwi­schen euro­päi­schen See­gras­pro­jek­ten ist. Der Aus­tausch und die Unter­su­chung ver­schie­de­ner See­gras­ar­ten hel­fen uns, unsere Maß­nah­men zur Wie­der­her­stel­lung von See­gras­wiesen wei­ter­zu­ent­wi­ckeln und ihren Erfolg zu unterstützen.

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Map­ping 20,000 m² of seabed

Our third major pro­ject of 2026 brings the sea­son to a clo­se: in the bay of Sant’Andrea on Elba, nine vol­un­teer divers map­ped a stu­dy area cove­ring around 20,000 m². Our fieldwork was inten­ded to address three scientific rese­arch ques­ti­ons and prepa­re for fur­ther inves­ti­ga­ti­ons. The pro­ject demons­tra­tes the con­tri­bu­ti­on that well-trai­ned citizen science teams can make to mari­ne rese­arch.

Three rese­arch ques­ti­ons – one shared foundation

Scientific field rese­arch has been taking place in Sant’Andrea sin­ce the mid-1990s. One focus is Ola­vi­us algar­ven­sis, a worm that lives in the sedi­ment clo­se to seagrass mea­dows. The bay is a stu­dy site for rese­ar­chers inclu­ding tho­se at the Max Planck Insti­tu­te for Mari­ne Micro­bio­lo­gy. Rese­arch has pri­ma­ri­ly focu­sed on the mole­cu­lar level; bio­lo­gi­cal and eco­lo­gi­cal ques­ti­ons have not yet been inves­ti­ga­ted.

The­re is also inte­rest in bio­lo­gi­cal, bio­geo­che­mi­cal and geo­che­mi­cal rela­ti­onships. This includes the abun­dance of the seagrass spe­ci­es Posi­do­nia ocea­ni­ca and Cymo­do­cea nodosa in rela­ti­on to the occur­rence of Ola­vi­us algar­ven­sis.

Our own rese­arch ques­ti­on con­cerns secon­da­ry suc­ces­si­on: the sequence in which seagrass spe­ci­es reco­lo­ni­se an area. Cymo­do­cea nodosa is known as a pio­neer spe­ci­es, fol­lo­wed by Posi­do­nia ocea­ni­ca. So far, we have found no detail­ed stu­dy of this pro­cess and would like to inves­ti­ga­te it fur­ther.

Map­ping with a 10 × 10-met­re grid

The foundation for the­se three rese­arch ques­ti­ons is the most accu­ra­te map­ping pos­si­ble of our stu­dy area. Our team sur­vey­ed around 20,000 m² – almost three foot­ball pit­ches – using a 10 × 10-met­re grid.

The sur­vey exami­ned sedi­ment, rock, water depth, seagrass spe­ci­es and degra­ded seagrass are­as. Spe­ci­fic loca­ti­ons whe­re both seagrass spe­ci­es occur­red clo­se tog­e­ther were also geo­re­fe­ren­ced to docu­ment their future deve­lo­p­ment.

Rese­arch in chal­len­ging con­di­ti­ons

The work requi­red all par­ti­ci­pan­ts to be high­ly qua­li­fied as GUE Scientific Divers or very expe­ri­en­ced rese­arch divers. This was neces­sa­ry to car­ry out the tasks effi­ci­ent­ly and cope with the some­ti­mes dif­fi­cult con­di­ti­ons. On two days, curr­ents rea­ched up to four knots.

Working with tran­sects and base­lines, qua­drats and GPS buoys would not have been pos­si­ble wit­hout the tar­ge­ted use of diver pro­pul­si­on vehic­les, very pre­cise dive plan­ning and the eva­lua­ti­on of dives in detail­ed debrie­fings.

Citizen science thri­ves on col­la­bo­ra­ti­on

Nine divers vol­un­tee­red their free time, equip­ment and qua­li­fi­ca­ti­ons for this pro­ject. Their extra­or­di­na­ry com­mit­ment made the suc­cessful com­ple­ti­on of this task pos­si­ble. The pro­ject demons­tra­tes the poten­ti­al of high­ly trai­ned, inter­di­sci­pli­na­ry teams working along­side pro­fes­sio­nal sci­en­tists.

Our sin­ce­re thanks go to ever­yo­ne invol­ved and to Johan­na Wied­ling, the project’s scientific lead. We also thank the Andrea von Braun Foundation, who­se gene­rous con­tri­bu­ti­on towards mate­ri­al cos­ts hel­ped make this pro­ject pos­si­ble.

The Elba pro­ject demons­tra­tes the importance of exchan­ging know­ledge and methods bet­ween Euro­pean seagrass pro­jects. This exch­an­ge, tog­e­ther with the stu­dy of dif­fe­rent seagrass spe­ci­es, helps us fur­ther deve­lop our res­to­ra­ti­on efforts and sup­port their suc­cess.